Der Fall Ignaz Walker

Der Fall Ignaz Walker

Hat das Bundesgericht der Staatsanwaltschaft blind vertraut?

Das Bundesgericht findet in seinem Urteil von April 2017 klare Worte für Walkers Freispruch vom Mordauftrag: Dieser sei «offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich». Das Bundesgericht hält in seinem Urteil als Voraussetzung für Willkürrügen folgendes fest: Wer Willkür rügt – in diesem Fall der Urner Oberstaatsanwalt Thomas Imholz – dürfe sich nicht darauf beschränken, aufzuzeigen, wie einzelne Indizien zu würdigen gewesen wären. «Er muss sich vielmehr mit der gesamten Beweislage befassen und darlegen, dass und inwiefern seines Erachtens auch der aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien gezogene Schluss geradezu willkürlich ist.»

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Aufklärung, schonungslos

Nach dem Urteil im Fall Walker müssen endlich die unangenehmen Fragen untersucht werden.

Ignaz Walker ist heute von den massivsten Vorwürfen, die ihm die Urner Staatsanwaltschaft gemacht hat, entlastet worden. Daran ist die Anklagebehörde zum Teil selber Schuld. Sie wollte willkürlich handeln. Und ist damit aufgelaufen. Das Obergericht hat Konsequenzen gezogen – allerdings in der sanftest möglichen Form: ohne die Staatsanwaltschaft zu brüskieren.

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Die Urner Verwaltung beeinflusste eine Schlüsselperson im Fall Walker

Trotz Gewaltentrennung: Der Justizvollzug des Kantons mischte sich in den umstrittenen Gerichtsfall ein.

Als die Sache brenzlig wurde, schaltete sich die Urner Justizverwaltung in den pannenreichen Straffall Ignaz Walker ein. Sie nahm Einfluss auf eine Schlüsselperson im Verfahren gegen den Ex-Zuhälter Walker, der wegen eines angeblichen Mordauftrags angeklagt ist. Ein Sprecher des Kantons Uri sagt, die Justizdirektion habe sich nicht speziell um den inhaftierten Mann gesorgt: Alles sei «stets im Rahmen der massgebenden gesetzlichen Grundlagen» und «korrekt gehandhabt worden». Der Gefangene habe um ein Vollzugsgespräch ersucht.

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Roman Banholzer, TV-Journalist SRF «Rundschau», roman.banholzer@srf.ch

Wie die «Rundschau»Missstände in der Justiz Uris aufdeckte

Der Justizfall Walker –eigentlich ein Justizfall, wie jeder andere –mit klarer Rollenverteilung: Armes, un-schuldiges Opfer, gewissenhafte, korrekt arbeitende Ermittler, objektive, unbefangene Gerichte und ein böser, perfider Täter. Wer die ersten Presseberichte 2010 zum Fall Walker las oder wer die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Uri studierte, warwohl von diesem Bild überzeugt.
von Carmen Epp

Wenn lokale Wachhunde verschlafen

In der Affäre um den Erstfelder Cabaret-Betreiber Ignaz Walker ist einiges schief gelaufen. Geschlampt haben dabei nicht nur die Untersuchungsbehörden in Uri. Auch die Lokalmedien haben verschlafen – bis zum Weckruf aus Zürich.

Es ist der wohl grösste Justizfall in der Geschichte des Kantons Uri: Der Erstfelder Cabaret-Betreiber Ignaz Walker soll auf einen Bargast geschossen und später einen Auftragskiller auf seine damalige Ehefrau angesetzt haben, glücklicherweise erfolglos. So die Version der Urner Staatsanwaltschaft, von der auch die Urner Gerichte überzeugt sind: Das Land- und später auch das Obergericht sprachen Walker schuldig. Das Verdikt: 15 Jahre Haft.

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Ignaz Walker